Wie erkenne ich eine undichte Rohrverbindung?
Eine undichte Rohrverbindung zeigt sich im Haushalt selten mitten auf einem geraden Rohrstück. Feuchtigkeit entsteht häufiger dort, wo zwei Bauteile zusammengefügt sind, also an Verschraubungen, Eckventilen und Übergangsstücken. Suchen Sie deshalb zuerst an diesen Stellen, bevor Sie die Leitung auf ganzer Länge abtasten.
Gerade Rohre aus Metall oder Kunststoff ohne Verbindung bleiben meist dicht, solange keine äußere Beschädigung vorliegt. An einer Überwurfmutter, einem Gewinde oder einem Wechsel zwischen zwei Materialien kann dagegen eine Dichtung sitzen oder das Dichtmittel nachgeben. Beginnen Sie die Kontrolle unter der Spüle, am Eckventil der Zulaufleitung und an jedem sichtbaren Übergangsstück.
Die Stelle trocknen und mit Küchenpapier beobachten
Wischen Sie die verdächtige Stelle vollständig trocken, auch rund um die Überwurfmutter und entlang des Gewindes. Feuchte Rückstände einer früheren Undichtigkeit würden das Ergebnis sonst verfälschen. Legen Sie danach ein Stück trockenes Küchenpapier direkt an die Verbindung und lassen Sie es einige Minuten unberührt liegen.
Heben Sie das Papier anschließend ab und prüfen Sie, ob es neu feucht geworden ist. Ein frischer Fleck zeigt, dass an genau dieser Stelle weiterhin Wasser austritt. Bleibt das Papier trocken, öffnen Sie den zugehörigen Hahn kurz, damit Druck auf der Leitung liegt, und wiederholen Sie die Beobachtung.
Tropfen an der Mutter und Film am Gewinde unterscheiden
Ein einzelner Tropfen, der sich direkt an der Überwurfmutter bildet, weist häufig auf die eingelegte Dichtung hin. Die Mutter presst diese Dichtung gegen das Gegenstück der Verschraubung. Sitzt sie nicht mehr gleichmäßig oder ist das Material gealtert, tritt Wasser genau an dieser Kante aus und benetzt das Papier punktuell.
Ein dünner Feuchtigkeitsfilm, der sich entlang des Gewindes ausbreitet, deutet eher auf das Dichtmittel im Gewinde hin. Dort kann eine Wicklung oder eine Dichtpaste den Spalt nicht mehr vollständig schließen. Dieser Unterschied grenzt die Ursache ein, ersetzt aber nicht die erneute Kontrolle, nachdem die Verbindung bearbeitet wurde.
Die Beobachtung einordnen und die Kontrolle wiederholen
Notieren Sie, welche Verbindung feucht wird und ob es sich um einen Tropfen an der Überwurfmutter oder um einen Film entlang des Gewindes handelt. Diese Angabe erleichtert die spätere Arbeit, weil Sie nicht die gesamte Leitung ohne Anhaltspunkt öffnen müssen. Prüfen Sie auch tiefer liegende Übergangsstücke, weil ablaufendes Wasser eine eigentlich dichte Stelle nur nass erscheinen lässt.
Trocknen Sie die Verbindung nach jeder Kontrolle erneut und legen Sie frisches Küchenpapier an, bevor Sie eine Stelle als dicht betrachten. Erst wenn das Papier trocken bleibt, ist die Beobachtung für diesen Zeitpunkt abgeschlossen. Tritt weiterhin Wasser aus, schließen Sie die Zufuhr am betroffenen Eckventil und ziehen Sie eine fachkundige Person hinzu.